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WCH Schlagzeilen

Viel Spaß mit Team Europa

Draisaitl, Rieder und Ehrhoff betonen, wie Team Europa in den letzten Tagen zu einer Einheit wurde

von Bernd Roesch / NHL.com/de Chefautor

Das lange Warten hatte ein Ende. Nach zwölf Jahren Pause begann am Samstag mit der Partie Team USA gegen Team Europa im Air Canada Center von Toronto der World Cup of Hockey 2016. Gleich zum Turnierauftakt bekam es die europäische Auswahl von Trainer Ralph Krueger mit einem der Titelfavoriten zu tun. In dem aus acht Nationen stammenden Spielern zusammengewürfeltem Kader von Team Europa befinden sich auch sechs Deutsche, vier Schweizer und ein Österreicher.

Wobei Schlussmann Thomas Greiss und Verteidiger Luca Sbisa als gescratchte Spieler von der Tribüne aus zusehen mussten. Doch das, was sie von ihren Teamkollegen in den 60 Minuten sahen, dürfte auch ihnen durchaus gefallen haben.

Eine von Krueger taktisch hervorragend eingestellte Truppe bezwang die US-Auswahl mit 3-0 Toren. Mit einem solchen Endstand dürften wohl die wenigsten der gut 18000 Besucher gerechnet haben, doch summa summarum ging der Sieg für die Außenseiter auch in der Höhe vollauf in Ordnung. Bei einem Spiel das 'Zu Null' endet denkt man zunächst an den Defensivverbund inklusive dem Torhüter. Der Slowake Jaroslav Halak stand wie ein Fels in der Brandung und meisterte selbst die kniffligsten Situationen. Am Ende durfte er mit 35 Saves seinen verdienten Shutout feiern.

Auch der deutsche Stürmer Leon Draisaitl, der in einer genialen Schweiz-Deutscher Zusammenarbeit mit Nino Niederreiter im zweiten Drittel das 2-0 besorgte, äußerte sich lobend über den 31-jährigen Schlussmann und betonte, wie wichtig dieser Sieg für die Mannschaft ist: "Dadurch gewinnst du Selbstvertrauen. Wir wurden von den Medien als Underdogs bezeichnet, doch wir wussten in der Kabine, zu was wir fähig sind. Beim Tor geht der Dank an Tobi [Tobias Rieder] der an der Bande den Puck gewann, wodurch es zu dieser 2-gegen-1 Situation gekommen war und dann wurde ich von Nino wunderbar bedient."

Video: USA@EUR: Niederreiter, Draisaitl schließen Konter ab

Das größte Lob über diesen überragende Vorstellung gehört nicht nur einem einzelnen Spieler, sondern einer Mannschaft, die als echte Einheit aufgetreten war. Rieder, der erwähnte Vorbereiter zum zweiten Treffer der Außenseiter, hob nach der Partie hervor wie wichtig dieser Sieg gewesen war und wie sehr sie sich darüber freuen können.

"Das ist für uns alle so klasse, denn mit unseren eigenen Nationen hätten wir es schwer gehabt gegen Team USA bestehen zu können." Als einen Grund für die heutige Leistung sah Rieder auch den Sieg im Vorbereitungsspiel gegen Team Schweden: "Das hat natürlich eine Rolle gespielt, wir haben dadurch an uns geglaubt. Wir wollten von Spiel zu Spiel besser werden, um dann zum Turnierstart 100 Prozent geben zu können. Wir haben uns kennengelernt und wir freuen uns jetzt gemeinsam über diesen Sieg."

Auch wenn die Statistik für die Favoriten aus den USA am Ende ein Torschussplus auswies, man muss den Spielern von Team Europa Anerkennung zollen, denn viele der Torschüsse, die auf ihren Kasten kamen, bereiteten dem stets achtsamen Halak keine Probleme.

Christian Ehrhoff sah gegenüber den Testspielen eine deutliche Verbesserung beim Forechecking und beim Spielaufbau: "Sie [Team USA] kamen nicht so leicht aus ihrer eigenen Zone und wir konnten unser Konterspiel aufziehen."

Ein Konterspiel, bei dem Team Europa durch seine Effektivität überzeugen konnte. Spielerisch überzeugte besonders die Sturmreihe mit Marian Gaborik, Frans Nielsen und Mats Zuccarello, die nicht nur für das 1-0 nach bereits gut vier Minuten verantwortlich waren, sondern immer wieder den Eisndruck machte, als würden sie schon seit Monaten, wenn nicht Jahren zusammen auf dem Eis stehen.

Dieses Team Europa, das sich am Samstagabend mit viel Disziplin, Einsatzwillen und Herz einen Auftaktsieg verdiente, macht auf jeden Fall Lust auf mehr World Cup of Hockey.

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