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WCH Schlagzeilen

Plötzlich hat man mitgefiebert

Der Außenseiter Team Europa hat trotz der Niederlage im Finale gegen Team Canada viele begeistert

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Diese enorme Begeisterung, dieses Engagement das sie aufs Eis brachten, diese Leistungssteigerung zu der sie im Stande waren, von Partie zu Partie bis zum zweiten Finalspiel als Höhepunkt, ihrem sechsten Auftritt beim World Cup of Hockey 2016, waren mitreißend und ließen jeden mitfiebern der Freude an einem guten Eishockeyspiel hat.

Bei diesem Turnier der Besten gab es nur eine Mannschaft, die noch stärker war als Team Europa - der World Cup of Hockey Champion 2016 Team Canada.

Wenn es keine Medaillen zu gewinnen gibt, dann fühlt sich der zweite eines Turniers gleichzeitig als erster Verlierer. Auch bei den Spielern der europäischen Auswahl konnte man unmittelbar nachdem die Entscheidung zugunsten von Team Canada gefallen war die Enttäuschung spüren. Doch jeder einzelne von ihnen hat aus diesem Turnier etwas mitgenommen, was er so schnell nicht mehr vergessen wird.

"Wenn wir einmal mit Distanz zu heute zurückblicken, dann werden wir diesen September 2016 als einen besonderen Monat für Team Europa, für das was sie [die Spieler] erreicht haben, ansehen", sagte Coach Ralph Krueger auf der Pressekonferenz und fügte noch hinzu, dass es wohl keine Person gibt, keinen Mitwirkenden und keinen Spieler, der etwas anderes behaupten würde, als dass er sich an diese Reise, die sie im September 2016 unternommen haben, erinnern werde.

Für den jungen deutschen Stürmer Leon Draisaitl war es der erste Auftritt auf der ganz großen internationalen Bühne und er fühlte sich dabei sichtlich wohl. Der 20-Jährige hatte in der Vorrunde unbekümmert aufgespielt. Gegen Team USA und Team Tschechien konnte der deutsche Center mit zwei Toren seine Treffsicherheit unter Beweis stellen und leistete seinen Anteil zum Einzug in das Halbfinale gegen Team Schweden. Seine Schusseffizienz von 40 Prozent bei diesem Turnier ist wahrlich beeindruckend.
Im Halbfinale war es mit Tomas Tatar, der drittjüngste Spieler im Aufgebot von Coach Ralph Krueger, der die europäische Equipe ins Finale schoss. Der 25-jährige Linksaußen traf insgesamt dreimal ins Schwarze und war damit Europas erfolgreichster Torschütze.

Im Kader von Team Europa standen Spieler, die in ihrer langen NHL-Karriere schon fast alles erlebt haben. Ein Zdeno Chara, ein Dennis Seidenberg, ein Anze Kopitar, ein Marian Hossa und ein Marian Gaborik, der in den beiden Finalpartien verletzungsbedingt nicht mitwirken konnte, haben zusammen achtmal den Stanley Cup gewonnen, doch auch sie waren beeindruckt von dem Zusammengehörigkeitsgefühl dieser Mannschaft.

"Wir waren fast einen Monat zusammen und was wir in diesen 14 Tagen geschafft haben, war etwas ganz Besonderes. Wer hätte schon gedacht, dass wir bis in das Finale kommen. Wir haben uns zusammengefunden, jeder warf alles was er konnte in die Waagschale und uns gelang es bei diesem World Cup eine Marke zu setzen", untermauerte Teamkapitän Kopitar das, was selbst Außenstehende, durch das von Team Europa auf dem Eis Gezeigte, vermuteten.

"Ich bin schon so lange im Geschäft, doch solch ein Spiel habe ich noch nicht erlebt. Team Europa ist vielleicht eine einmalige Sache gewesen, doch es war ein tolles Erlebnis und dieses Turnier hat wieder einmal gezeigt, wie faszinierend unser Sport ist. Es hat sehr viel Spaß gemacht hier zu spielen. Vor Turnierbeginn wussten wir nicht was uns erwartet, wir erkannten dann, dass wir auf der gleichen Seite stehen und die Chemie unter uns hat gestimmt - sowohl auf dem Eis, als auch abseits des Eises. Plötzlich läuft es und du stehst im Finale gegen Kanada. Du merkst dann, dass du eine Chance hast und alles nimmt seinen Lauf", beschrieb der Schweizer Verteidiger Mark Streit das Turniergeschehen und versäumte es auch nicht sämtlichen Mitarbeitern, die einen solchen Überraschungserfolg erst möglich gemacht haben, dem Trainer und dem gesamten Management zu danken.

Von allen Freunden des Eishockeysports geht der Dank nicht nur an das Siegerteam Canada, sondern auch an die Mannschaft von Team Europa, die uns 14 Tage lang begeisternde, sehr emotionale Momente beschert hat.

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