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WCH Schlagzeilen

Carey Price kann Jaroslav Halak dankbar sein

Der Torhüter von Team Kanada wuchs an der Aufgabe als er seinen Job damals an Halak verlor

von Arpon Basu @ArponBasu / LNH.com Chefredakteur

TORONTO - Sechs Jahre sind vergangen, und inzwischen ist der Vergleich nicht mehr wirklich relevant.

Ja, der Torhüter von Team Kanada, Carey Price, und der Goalie von Team Europa, Jaroslav Halak, werden die Best of 3-Finalserie um den World Cup of Hockey 2016, welche am heutigen Dienstag beginnen wird, bestreiten. Und ja, sie konkurrierten einst um denselben Job im Tor der Montreal Canadiens. Ein Duell, welches Halak in den Stanley Cup Playoffs des Jahres 2010 für sich entschied, seinem Team half das Eastern Conference Finale zu erreichen.

Price und Halak werden nun wieder gegeneinander antreten, ganz so wie vor rund sechs Jahren. Doch Sieg oder Niederlage werden am Ansehen der Torhüter diesmal nichts Grundlegendes ändern. Auch wird die Frage ob es richtig von den Canadiens war Halak am 17. Juni 2010 zu den St. Louis Blues zu transferieren bei den Canadiens nun nicht neu diskutiert werden. Damals wurde die Entscheidung Price zu behalten in Montreal sehr heftig diskutiert. Heute längst nicht mehr.

Doch die Entscheidung von damals ist mitverantwortlich für die Tatsache, dass Price heutzutage einer der besten Torhüter der Welt ist.

In mancherlei Beziehung ist Halak, und seine Performance in den Playoffs des Jahres 2010, mitverantwortlich für die jüngste Entwicklung von Price.

"Das hat mich ein Stück weit wachsen lassen" sagt Price heute. "Ich war damals noch sehr jung, meine Karriere stand noch ganz am Anfang. Jetzt bin ich erwachsener geworden."

Price sprach nach dem Playoff-Aus damals darüber wie es war als Nr.5-Pick des Jahres 2005, als Gewinner der IIHF Juniorenweltmeisterschaft des Jahres 2007, dem Gewinn des Calder Cups 2007 und als MVP der American Hockey League Playoffs einen möglichst klaren Kopf zu behalten, nachdem er bereits mit 20 Jahren der Nr.1-Torhüter der Canadiens wurde.

Die Entwicklung ging so rasant damals, dass Price dacht er hätte schon alles erreicht. Die Ankunft von Halak zeigte ihm dann jedoch, dass das eben nicht so war.

"Ich sah wie sich alle anderen verbesserten. Ich jedoch stagnierte in meiner Entwicklung zu dieser Zeit."

Der Motivationsschub von damals, als Price dachte die Canadiens würden ihn statt Halak abgeben, der zahlt sich heute für ihn aus. Er brauchte damals diesen Kick. Diesen erhielt er durch Halak, während er selber nur auf der Bank saß.

"Ich entschied damals für mich, dass, egal wie die Entscheidung fallen würde, es nicht an mir liegen dürfe" erinnert er sich heute. "Daher habe ich in dieser Phase alles in meine Arbeit eingebracht was ich konnte."

Am Ende führte diese Arbeitseinstellung Price heute in diese Situation, in der er aktuell ist. Mit seiner Hilfe gewann Team Kanada die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotchi. Auch die Vezina Trophy des Jahres 2014-15 ging an Price.

Einen Großteil der Vorsaison versäumte Price verletzungsbedingt, was zu einigen Zweifeln an seiner Leistungsfähigkeit im Vorfeld des World Cup of Hockeys 2016 führte. Doch, wie bereits erwähnt, es war seine harte Arbeitseinstellung, welche ihm auch hierbei half die Zweifel zu überwinden.

In seinen drei Auftritten beim WCH stoppte er 92 von 97 Schüssen auf seinen Kasten, parierte damit 94,8% der Versuche, verlängerte seine Siegesserie für das Nationalteam auf 14 Siege in Folge, darunter drei beim World Cup, fünf in Sotchi und sechs bei der Jugendweltmeisterschaft 2007.

Er erlaubte bisher erst 15 Gegentore in diesen 14 Siegen. Seine Motivation erstreckt sich dabei bis ins Training, wie sein Stürmerkollege Steven Stamkos am, Montag feststellen musste, als er mit einem Torschuss auf das leere Tor in letzter Sekunde vom Schläger von Price gestoppt wurde.

"Er hat gegen meinen Schläger geschossen" kommentierte Price danach mit einem Grinsen. "Manchmal hat man eben einfach Glück."

Price scheint häufiger 'Glück' zu haben, bekommt er es doch im Training mit einigen der besten Spieler der Welt zu tun. Und seine Leistungen treiben auch diese zur Höchstleistung.

"Das ist toll für uns" sagt auch John Tavares dazu. "Manchmal jedoch kann einen das auch etwas frustrieren."

Natürlich wissen auch seine Teamkameraden, dass das auch auf die gegnerischen Stürmer so zutrifft. Und dies kann ein entscheidender Faktor im ersten Finale des WCH werden. Die Stürmer von Team Europa werden gute Nerven brauchen, wenn sie Price bezwingen wollen.

Doug Armstrong, Teammanager von Team Kanada, bestätigte am Montag, dass sich beide Torhüter natürlich dieser besonderen Situation bewusst seien. Armstrong war es damals, der Halak damals zu den St. Louis Blues holte.
Halak selber betonte jedoch er denke nicht explizit darüber nach. Vielleicht tut dies auch Price nicht, doch er sollte.

Keiner der beiden wäre heute vermutlich in der jeweiligen Situation, wenn es den jeweiligen Gegenüber nichtgegeben hätte damals. Price würde vielleicht nicht im Tor von Team Kanada stehen, könnte aktuell nicht sein ganzes Potential zeigen, welches damals noch eine Zeit lang ein Stück weit stagniert hatte. Denn Halak war der Grund damals, warum Price das nächste Level seiner Leistungsfähigkeit erreichen konnte.

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