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WCH Schlagzeilen

Spieler sind bereit, die Welt einzureißen

Beim World Cup treffen ab Samstag die besten Akteure der Eishockey-Branche aufeinander - Stanley-Cup-Intensität erwartet

von Dave Stubbs @Dave_Stubbs / NHL.com-Kolumnist

TORONTO - Die Krankenakte von Corey Price, Torhüter beimTeam Kanada, war in den vergangenen Tagen ein heißes Thema. Auslöst wurde die Debatte am Donnerstag von folgender Szene: Price unterbrach ein Interview wegen eines vermeintlichen Niesens, das dann doch unterblieb. In der Folge lief die Aufnahme auf Großbildschirmen rauf und runter.

Besorgte Kommentatoren meinten, dass der Goalie gegen eine schwere Erkältung kämpfe, an einer Allergie und zudem unter Schwindel leide. Weit gefehlt. In Wirklichkeit ist er zu 100 Prozent fit für das Auftaktmatch von Team Kanada gegen Team Tschechien am Samstag (Ortszeit, 8 p.m., ESPNEWS, SN, TVA Sports).

Price gehörte zu den 184 Spielern, die den Journalisten am Donnerstag beim Media Day geduldig alle Fragen beantworteten. Fast sechs Stunden zog sich die Prozedur in die Länge. Nach den Spielern waren die General Manager und die Trainer mit dem Frage-Antwort-Spiel an der Reihe.

Der Media Day war die Ruhe vor dem Sturm, der für die nächsten 14 Tage im Air Canada Centre von Toronto erwartet wird. "Ich denke, dass die Partien hier härter werden als in einer NHL-Hauptrunde", sagte Valtteri Filppula von Team Finnland. Er war einer der ersten Spieler, die vor den Reportern Platz nahmen.

Patrick Kane vom Team USA pflichtet ihm bei. "Allein schon die Testspiele verliefen sehr intensiv und haben stark an die Matches bei Olympischen Spielen erinnert", sagte Kane. "Diese Spiele sind ähnlich denen im Stanley Cup, vor allem hinsichtlich des Einsatzes und der Geschwindigkeit. Um ehrlich zu sein, denke ich, dass das Niveau sogar größer ist als in der NHL. Auf jeden Fall ist der World Cup eine feine Sache, um die Saison zu beginnen und gleich richtig loszulegen."

Der World Cup bildet einen ernsthaften mentalen und physischen Test für die Spieler der sechs Nationalmannschaften und der beiden gemischten Teams. Zu diesem Zeitpunkt im Jahr bereiten sich die Akteure gewöhnlich noch mit ihren Klubs auf die bevorstehende NHL-Saison vor.

"Diesmal ging es nach dem Training im Sommer gleich richtig zur Sache", so Filippula über den intensiven Start. "Der World Cup wird nicht einfach. Aber das Gute ist, dass alle Teams die gleichen Voraussetzungen haben. Es macht Spaß und es ist schön, dass es jetzt endlich losgeht. Schließlich haben wir den ganzen Sommer auf diesen Wettbewerb gewartet."

Für Tuukka Rask, Torhüter von Team Finnland, ist klar, dass man für den World Cup früher in Top-Form sein muss als gewöhnlich. "Wenn ich jetzt nicht hier wäre, würde ich mich für das Trainingscamp in Boston bereitmachen und viel Zeit auf dem Eis und im Kraftraum verbringen. Eigentlich nichts anderes als die letzten Wochen vor dem World Cup auch. Allerdings passierte alles mit einem ganz anderen Tempo."

Diesem Umstand gewinnt Kanadas Schlussmann Price viel Positives ab. "Es macht viel Spaß, hierher zu kommen und gleich voll einzusteigen. Man hat nicht viel Zeit zum Nachdenken, sondern legt gleich los und spielt einfach. Für mich ist es das denkbar beste Szenario."

Erschöpft verließen die Spieler den Ort des Geschehen, nachdem sie von den Journalisten zuvor mit Fragen gelöchert und um Statements gebeten worden waren. Die meisten werden die nächsten Trainingstage nutzen, um das Feintuning zu verbessern.

"Bei uns ist normalerweise alles auf den Oktober ausgerichtet, nicht auf September. Das ist ungewöhnlich", sagte Alex Ovechkin, Kapitän von Team Russland. Dabei erweckte er jedoch den Anschein, als sei er absolut bereit, Eisenspäne zu verdrücken. "Man muss nur die richtige Einstellung mitbringen. Dann klappt das schon."

Schwedens Torhüter Henrik Lundqvist, war einer der letzten Akteure, der am Donnerstag nach Hause ging. Dabei sagte er beinahe die gleichen Verse auf, wie sein Torwartkollege Rask einige Stunden vorher. "Man kommt nach einer drei- bis fünfmonatigen Pause hierher und arbeitet intensiv auf dem Eis und im Kraftraum. Körperlich fühlt sich alles gut an", sagte Lundqvist. "Jetzt geht es darum, den Fokus auf die bevorstehenden Spiele zu richten. Das wird nicht einfach. Aber die Voraussetzungen sind für alle gleich."

 

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