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WCH Schlagzeilen

Team Kanada schüttelt schwachen Start ab

Team Kanada nutzt Puckverluste aus und gewinnt mit starkem Carey Price Spiel eins des World Cup Finales

von Nicholas J. Cotsonika @cotsonika / NHL.com Kolumnist

TORONTO - Bedeutet das Team Kanada ist verwundbar?

Oder unbesiegbar?

Team Kanada machte am Dienstag im Air Canada Centre sein schlechtestes Spiel des World Cup of Hockey 2016. Team Europa machte sein bestes.

Trotzdem lag Team Kanada nie zurück und gewann Spiel eins der Best-of-3 Serie 3-1.

Team Europas Trainer Ralph Krüger sagte seine Spieler seien "sehr wütend" und dass dies das Team weiter zusammenschweißen würde.

"Wir haben über weite Strecken das Tempo und das Spiel diktiert", sagte Team Europas Kapitän Anze Kopitar. "Das hat gezeigt, dass wir mit ihnen mithalten können und das müssen wir aus dem Spiel mitnehmen."

Aber Team Europa hat womöglich seine beste Chance vergeben. Jetzt müssen sie zwei Spiele in Folge gegen ein Team gewinnen, das die letzten 15 Spiele in Topturnieren gewonnen hat und Team Kanada dürfte sich jetzt anpassen sein Spiel verbessern, da sie die Chance haben ihren Olympischen Goldmedaillen von Vancouver 2010 und Sochi 2014 den World Cup Titel hinzuzufügen.  

"Wir hatten natürlich Glück dieses Spiel zu gewinnen, obwohl wir nicht unser bestes Spiel gemacht haben, aber daran dürfen wir nicht denken", sagte Team Kanadas Verteidiger Drew Doughty. "Wir müssen jetzt daran denken unsere beste Leistung zu liefern, um zu gewinnen. Das werden wir tun."

Spiel zwei ist am Donnerstag.

Video: EUR@CAN, Sp1: Marchand schießt früh das erste Tor

"Aus irgend einem Grund waren wir nicht so gut, wie wir sein können", sagte Team Kanadas Trainer Mike Babcock, "und daran werden wir arbeiten und wir werden besser sein."

Vielleicht hat Team Kanada Team Europa unterschätzt, den überraschenden Außenseiter, bestehend aus Europäischen Spielern, die nicht aus Tschechien, Finnland, Schweden, oder Russland kommen. Team Kanada hat sie ersten vier Spiele des Turniers mit einem Torverhältnis von 19-6 gewonnen, darunter ein 4-1 Sieg gegen Team Europa in der Vorrunde. Sie machten im Durchschnitt 15 Torschüsse mehr pro Spiel, als ihre Gegner. Gegen Team Europa hatten sie in der Vorrunde 46-20 Torschüsse.

Vielleicht hat Team Europa einfach klug gespielt. Am Anfang des Turniers spielten sie geduldig, verließen sich auf Torwart Jaroslav Halak und warteten auf ihre Chancen. Sie kassierten beinahe 10 Schüsse mehr pro Spiel, als sie selbst machten. Aber Krüger sagte, seine Spieler würden auf Sieg spielen, nicht darauf warten und sie spielten vom ersten Wechsel an aggressiv.

Team Kanada ging im ersten Drittel trotz 9-13 Torschüssen 2-0 in Führung, da sie Puckverluste und Konter ausnutzten. Das wollte eigentlich Team Europa machen. Zur Mitte des zweiten Drittels wurde die Führung auf 2-1 halbiert und Team Kanada lag immer noch mit 23-17 Torschüssen zurück. Team Europa glich beinahe aus, als Verteidiger Andrej Sekera in Unterzahl einen Konter fuhr, aber Torwart Carey Price machte den Save.

"Ich denke sie waren über weite Strecken des Spiels besser als wir", gestand Babcock.

Das lag zum großen Teil an Team Europa. Defensiv waren sie in der neutralen Zone gut aufgestellt. Offensiv hielten sie Team Kanada in Atem.

Video: EUR@CAN, Sp1: Bergeron zur Führung nach Crosby Pass

Aber Team Kanada war auch daran Schuld. Die Spieler machten untypische, unnötige Fehler, wie Veteran Ryan Getzlaf, der zwei Mal den Puck an der gegnerischen blauen Linie verlor. Er spielte gegen Ende des ersten Drittels einen blinden Pass und dachte Steven Stamkos wäre da.

"Da müssen wir einfach besser kommunizieren und ich muss an der Linie besser auf den Puck aufpassen", gab Stamkos zu. "Als wir dann am Ende des Drittels darüber sprachen... selbst wenn er da steht, muss ich diesen Pass nicht spielen. Die Kreativität wird immer da sein, aber wir müssen auf den Puck aufpassen."

Die Verteidiger spielten nicht ihr typisch enges Spiel, wichen zu sehr zurück und ließen Team Europa ins eigene Drittel. Daher mussten sie mehr Verteidigen als üblich und sie brachten den Puck nicht so gut nach vorne wie sonst.  

Team Kanada drehte das Spielgeschehen am Ende des zweiten Drittels. Während der zweiten Pause sprachen die Spieler in der Kabine miteinander und passten ihr Spiel an. Sie verbesserten sich im Schlussabschnitt, bauten ihre Führung aus und kamen am Ende auf 38-33 Torschüsse.

"Wir wussten, wir müssen besser spielen", sagte Team Kanadas Verteidiger Alex Pietrangelo. "Wir haben es umgesetzt. Wir haben unser System gespielt. Wir hatten Mentale schwächen, die wir davor im Turnier nicht hatten. Als wir dann das System besser umsetzten, lief es besser für uns."

"Wir haben das ganze Turnier lang gut gespielt, wenn auch nicht perfekt. Wir wussten, es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir den Schalter umlegen können."

Unsere Erwartungen für Team Kanada sind so hoch. Wir nennen sie eine Maschine, aber es ist eine Gruppe von Menschen, mit menschlichen Schwächen. Es wurde erwartet, dass sie einen unterlegenen Gegner dominieren, gegen den sie keine Erfahrung haben und es fehlte die Leidenschaft im Spiel und im Stadion, obwohl es das World Cup Finale war.

"Man will nur perfekte Abende", sagte Babcock, "aber das ist einfach nicht realistisch."

Aber man fragt sich: Wenn Team Europa dieses Spiel nicht gewinnen konnte, können sie dann das nächste gewinnen, geschweige denn die nächsten zwei? Jeden Abend Perfektion von Team Kanada zu erwarten, ist nicht realistisch. Aber zu erwarten, dass sie nochmal so weit von der Perfektion entfernt sind, ist genauso unrealistisch.

 

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